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KZ Sachsenhausen - Außenlager Falkensee

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Ab Januar 1943 wurde der 1938 als Reichsbahnausbesserungswerk errichtete Betrieb der Deutschen Maschinen AG (DEMAG) in Falkensee zu einem gewaltigen Rüstungskommlex mit zwei Lagern für Arbeitssklaven ausgebaut. KZ-Häftlinge aus Sachsenhausen errichteten nördlich des Werksgeländes, nahe der Grenze Spandau/Staaken, ein Lagere für Fremd- und Zwangsarbeiter sowie eines der größten Außenlager des Konzentrationnslagers Sachsenhausen.

Am 10. Oktober 1943 wurde das Außenlager Falkensee in Betrieb genommen. Zwischen 1600 und 2500 Männer aus nahezu allen Ländern Europas, überwiegend jedoch aus Frankreich, Polen, der Sowjetunion und Norwegen, waren in neun Baracken, den sogenannten Blocks, untergebracht. Weitere Baracken wie Küche, Schreibstube, Kleiderkammer und Krankenrevier dienten der Selbstverwaltung des Lagers. Die Baracken waren von zwei elektrisch geladenen Stacheldrahtzäunen umgeben und durch bewaffnete SS-Wachposten gesichert.

Die Häftlinge mußten unter unmenschlichen Bedingungen im Rüstungsbetrieb der DEMAG arbeiten. Ohne Rücksicht auf Gesundheit und Leben wurden sie zur Produktion von Panzerausrüstung und Monition angetrieben. 1944 wurde ein Teil der Waffenproduktion vom Werk ins Häftlingslager verlegt. In vier Baracken wurden Werkstätten eingerichtet und diese als Sonderbereiche mit einem Zaun umgeben.

Stundenlange Zählappelle, unzureichende Kleidung, schlechte Ernährung, harte, bis zu 14 Stunden dauernde körperliche Arbeit und alltägliche Mißhandlungen durch die SS-Wachmannschaft und Vorarbeiter (Kapos) forderten ungezählte Todesopfer. Kranke und erschöpfte Häftlinge transportierte man ins Stammlager Sachsenhausen. Dort wurden die in den Augen der SS für den Arbeitseinsatz "unbrauchbar" gewordenen Menschen ermordet und im Krematorium verbrannt. Die dem Rüstungsbetrieb fehlenden Arbeitskräfte ersetzte die SS aus dem zur Verfügung stehenden Häftlingsreservoir.

Die angesichts des Vorrückens der sowjetischen Armee im April 1945 durch die SS-Führungangeordnete Evakuierung bzw. Liquidierung des Lagers konnte durch Häftlinge des illegalen Lagerkomitees und der DEMAG-Werkleitung verhindert werden. Am 24. April floh ein Großteil der SS-Wachmannschaft in Richtung Westen. Die Häftlinge unter Leitung des Lagerkomitees warteten das Eintreffen der sowjetischen Truppen ab, ehe sie am 26. April den Ort des Schreckens verließen.