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Werkschau der Partnerschaft für Demokratie Falkensee - Geförderte Projekte präsentieren sich und ihre Arbeit

Falkensee, den 06.02.2019

Im direkten Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung fand am Mittwoch, 30. Januar 2019, die erste Werkschau der Partnerschaft für Demokratie - Falkensee statt. Im Foyer der Stadthalle konnten sich interessierte Besucherinnen und Besucher, die Stadtverordneten und alle Unterstützerinnen und Unterstützer ein Gesamtbild der über 15 geförderten Projekte des Jahres 2018 machen.


Warum diese Werkschau?

Stefan Settels, Koordinator der Fachstelle, betonte, dass es zwei gute Gründe gibt. Die komplexe und gute Zusammenarbeit aus federführendem Amt (Integrations- und Gleichstellungsbeauftrage Manuela Dörnenburg, Begleitausschuss, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern wichtiger zivilgesellschaftlicher Gruppen, der Stadtverwaltung, der Wirtschaft und Politik zusammensetzt), Jugendforum und Koordinierungs- und Fachstelle sichtbar zu machen. Wesentlicher noch ist die Würdigung der Projekte, die im Begleitausschuss bewilligt wurden. Hier geht es um das ehrenamtliche Engagement der Projektnehmerinnen und -nehmer. Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag für ein vielfältiges und friedliches Miteinander in Falkensee. Ihnen gebührt großer Dank!


Bürgermeister Heiko Müller ließ es sich nicht nehmen, die Projektnehmerinnen und -nehmer persönlich zu begrüßen und unterstrich deren Wichtigkeit mit Bezug auf das übergeordnete Bundesprogramm „Demokratie Leben“. Die Stadt selber leistet einen Förderanteil, der zur Verfügung stehenden Mittel. Viele Vertretende der Stadt und des öffentlichen Lebens in Falkensee waren der Einladung gefolgt. Entsprechend bunt präsentierten sich die einzelnen Projekte und ihre Themen.

 

Darunter fanden sich Förderprojekte für Jugendliche. Neben dem Jugendforum, was über einen eigenen Jugendfonds verfügt, ist mit der „Legalen Graffitiwand“ ein Projekt im Jugendclub Saftladen gefördert worden, was zum Respekt vor Graffitikunst und zum Respekt der weiblichen und männlichen Sprayer und Sprayerinnen untereinander aufruft. Die Bücherkiste „Zusammen Leben“, mit Sitz in der Erich-Kästner-Grundschule, wurde mit Literatur für Jugendliche erweitert. In 2018 gestartet und in 2019 weitergeführt wird das Projekt Rapklusion. Es bietet Jugendlichen die Möglichkeit, in respektvollem Miteinander, Texte und Beats im Genre Hip-Hop zu kreieren und ihnen eine Stimme zu verschaffen. Interessierte können sich im Mehrgenerationenhaus des ASB (Ruppiner Straße 15) melden.


Darüber hinaus wurde das Regenbogencafe unterstützt, um die Sichtbarmachung von Queerem-Leben (Lesben, Schwule, Trans-, Inter- und Bisexuelle) in Falkensee voranzubringen. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Stadtbibliothek wurde "Queere" Literatur und andere Medien angeschafft. Es wurde ein interkulturelles Kochprojekt ebenso gefördert, wie die „Interkulturelle Mädchengruppe“, in der junge Frauen, die neu in Deutschland und Falkensee sind, im geschützten Rahmen ankommen konnten. Die Frauengruppe Ost-West organisierte einen Infomarkt von kreativen und engagierten Frauen in Falkensee, um auf die Bedeutung von Frauen in unserer Gesellschaft hinzuweisen. Gleichberechtigung lohnt sich. Es wurden Filmvorführungen gefördert. „Unter aller Augen“ dokumentiert international die Gewalt an Frauen, die in Beziehungen leben und immer ähnliche Strukturen aufweist. „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“ wurde von der Vorbereitungsgruppe Stolpersteine im Haus am Anger gezeigt und leistete damit einen Beitrag zur wichtigen Erinnerungskultur. An Weihnachten lud die Kirchengemeinde Falkensee - Seegefeld einsame Menschen und Migranten in ihr Gemeindehaus, um gemeinsam ein Fest der Begegnung zu feiern. Betroffene waren ebenfalls herzlich eingeladen bei den Projekten der Willkommensinitiative Falkensee. An einem Kultur- und Vortragsabend wurden insbesondere Tschetschenische Flüchtlinge willkommen geheißen. Im Projekt Foodsaving nutzen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Lebensmittel, deren Verfallsdatum abgelaufen waren. Die Willkommensinitiative konnte sich zudem über die Anschaffung von neuen Stofftaschen freuen. Das Projekt Stadtevent, organisiert vom Bündnis gegen Rechts, öffnete bereits zum 13. Mal die Türen an elf Spielstätten in ganz Falkensee und erfreut sich jedes Jahr über eine steigende Besucherzahl. Allen Projekten war dabei ein Ziel gemeinsam: Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur, Religion oder sexueller Orientierung zu verbinden und miteinander ins Gespräch zu bringen.


Dank gilt auch Matthias Hofmann, der bis zum Sommer die Koordinierungs- und Fachstelle verantwortlich leitete und Luzie Gehrmann, die nach erfolgreichem Aufbau des Jugendforums den Staffelstab im Herbst an Lennart Meyer weiterreichte. Neuer Koordinator ist seit Mitte 2018 Stefan Settels.


Für 2019 sind schon die ersten Projektanträge gestellt. Die Koordinierungs- und Fachstelle führt die Programmreihe „Leben in Vielfalt“ weiter. Eine Programmreihe, die Themen aufgreift, die in unserer Gesellschaft eher kontrovers diskutiert werden und viel Potential für Spaltung mit sich tragen. Ein Schwerpunkt in 2019 wird hier der Aufruf zu einem interreligiösen Dialog sein. Im Vorfeld der drei anstehenden Wahlen findet eine Plakataktion statt, die zur Wahlbeteiligung animieren will und von möglichst vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Vereinen, Kirchengemeinden, etc. mitgetragen wird.


Das Jugendforum plant in 2019 sich u.a. stärker mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen. Die Jugendlichen konnten sich nach der anschließend stattgefundenen Stadtverordnetenversammlung über den Startschuss zur Gründung eines Jugendbeirates in Falkensee freuen.


Mehr Informationen zur Partnerschaft für Demokratie und eine detaillierte Vorstellung aller geförderten Projekte finden Interessierte im Jahresbericht 2018 unter www.pfd-falkensee.de.

 

Foto: In der Stadthalle fand die erste Werkschau der Partnerschaft für Demokratie - Falkensee statt. (Bildautorin Christina Gericke)