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Einweihung eines Denkzeichens im ehemaligen Mauerstreifen.

Falkensee, den 14.​07.​2006

Berliner Bär schaut freundlich nach Falkensee. Der Brandenburger Adler blickt gelassen nach Berlin.

Mit persönlichen Erinnerungen an den Tag des 13. August 1961 wurde heute im ehemaligen Mauerstreifen zwischen der Stadt Falkensee und dem Berliner Bezirk Spandau ein Denkzeichen eingeweiht. „Ich war 17 Jahre alt und arbeitete damals in Berlin. Als wir von dem Mauerbau erfuhren, liefen wir zum Falkenseer Bahnhof und stellten fest, dass fortan keine S-Bahn mehr fährt. Die ganze Situation war ein Schock. Lange Arbeitswege waren nur eine Folge", erinnerte sich die amtierende Falkenseer Bürgermeisterin Ruth Schulz an den Tag vor 45 Jahren. Auch Konrad Birkholz, Bürgermeister von Spandau, berichtete von seinen Erlebnissen als Berliner Kind. Er weilte gerade zur Erholung im Westen Deutschlands als die Nachricht vom Mauerbau durchsickerte. „Da habe ich erst einmal versucht den Rias zu hören, um Nachrichten aus erster Hand zu bekommen", so Birkholz.

Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Spandauer BVV und Falkenseer SVV, Vertretern beider Parlamente, Mitarbeitern der Verwaltungen und Bürgern gedachten die beiden Stadtoberhäupter unter anderem  Mau-eropfern, die es auch an der Falkensee/Spandauer-Grenze gegeben hat. Seit dem Fall der Mauer pflegen beide Städte enge und freundschaftliche Beziehungen, die sich in vielen Projekten ausdrücken. Eines davon ist die Gestaltung des ehemaligen Mauerstreifens. Die erste Aktion hierzu erfolgte durch die Anlegung des Bürgermeistergartens im Zuge der gemeinsamen Bewerbung um die Landesgartenschau im Jahr 2004. Im vergangenen Jahr wurde zum Gedenken an den Mauerbau eine von dem Falkenseer Künstler Ingo Well-mann geschaffene Holzskulptur aufgestellt. Die direkt an der Spandauer Straße gegenüber dem Bürger-meistergarten stehende Skulptur symbolisiert ineinander- und auseinanderfallende Mauerteile. In diesem Jahr wurde die Aufstellung von Kunst im ehemaligen Mauerstreifen fortgeführt. Ingo Wellmann hat wie-derum eine Holzskulptur geschaffen, die vornehmlich die Chance, die der Neuanfang bot und nach wie vor bietet, symbolisiert. Berliner Bär trifft brandenburgischen Adler und umgekehrt. Der Scharfblick des stolzen Vogels weist gen Berlin und das Lieblingskuscheltier aller Kinder schaut freundlich nach Brandenburg.  Vielleicht sollte man mal einen Wettbewerb zum Schreiben einer Fabel über Adler und Bär initiieren," regte der Künstler an:  „Das wäre ein konkretes Projekt mit dem man der heutigen Jugend die Geschichte Mauer näher bringen könnte", so Wellmann. Denn mit der 1,50 Meter großen aus Nussbaumholz geschaffenen Skulptur, die in 2,50 Meter Höhe auf einem metallenen Pfahl angebracht ist, soll nicht zuletzt deutlich gemacht werden, auf welchem Weg man sich dort befindet.

Es ist der ehemalige Todesstreifen, der heute zukunftsweisend für die Region touristisch genutzt werden kann und soll, ohne die Geschichte zu vergessen. Ingo Wellmann und Konrad Birkholz erinnerten daran, dass vor nicht einmal 2 Jahrzehnten an dieser Stelle von hüben wie von drüben Schluss war. Was heute lieblich bewachsen und ein gerne aufgesuchtes Kleinod ist, war damals „das Ende der Welt", wie es der Spandauer Bürgermeister aus westlicher Sicht beschrieb.  


Das Projekt Kunst im ehemaligen Mauerstreifen ist mit der heutigen Übergabe noch nicht beendet. Viel-mehr sind weitere Skulpturen geplant. Unter anderem eine, die die Überwindung der Mauer durch zwei Jugendliche thematisieren wird.

 

Bild zur Meldung: Einweihung eines Denkzeichens im ehemaligen Mauerstreifen.

 
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