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Kleine Taten ganz groß – Zum dritten Mal wurde der Falkenseer Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement verliehen

Falkensee, den 29.06.2010

Sie alle sind Gewinner, weil sie die Stadt lebens- und liebenswerter machen: Am Freitag, 25. Juni 2010, wurde in der feierlichen Atmosphäre des Rathaussitzungssaals der dritte Falkenseer Bürgerpreis verliehen. Nominiert waren 14 Männer und sechs Frauen, die sich durch besonderes Engagement für das Gemeinwohl in der Stadt verdient gemacht haben. Jede Falkenseerin, jeder Falkenseer konnte Vorschläge für den Bürgerpreis einreichen. Schon bei ihrer Einladung und der damit verbundenen Nominierung waren die Kandidaten überrascht, umso verblüffter zeigten sich die fünf Preisträger, die bis zum Schluss nicht wussten, dass sie die Auszeichnung erhalten. Wie bei den vergangenen Preisverleihungen wurden alle Kandidaten ausführlich, aber sehr kurzweilig von den Jurymitgliedern vorgestellt. „Die Nominierten zeigen mit ihren unterschiedlichen Engagements, wie vielfältig das Leben in dieser Stadt ist und wie sie es durch ihre Arbeit bereichern“, würdigte Bürgermeister Heiko Müller alle Leistungen. Von der Streetworkerin, die sich um desorientierte Jugendliche kümmert, dem Umweltschützer, der das Fahrradfahren in der Stadt noch populärer machen möchte, über die Falkenseerin, die sich mit allem Herzblut für das Wohl von Menschen mit Behinderungen einsetzt und selbst ein behindertes Kind versorgt, bis hin zum Lebensgefährten einer Tagesmutter, der sich ganz freiwillig und aufopferungsvoll mit um die Kinder kümmert.

Nach der Vorstellungsrunde und einer kurzen musikalischen Pause durch das junge Geigentrio der Musik- und Kunstschule Havelland wurde es dann spannend: Bürgermeister Heiko Müller ergriff das Wort und kürte die Bürgerpreisträger 2010. Dafür verlas er jedoch nicht einfach die fünf Namen, sondern begann Geschichten zu erzählen, die dem roten Faden „Groß und Klein“ folgten. Erst in den letzten Sekunden der einzelnen Episoden wurde klar, wer den Preis erhält. Und das waren folgende Bürger:

Für sein großes Engagement im „Kleinen Theater Falkensee“ wurde Dietrich Groß ausgezeichnet. Der langjährige Regisseur und Künstlerische Leiter des Ensembles hatte das Theater 1963, damals noch als „Dramatischen Zirkel“, mitbegründet. Mit 25 inszenierten Stücken, die auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurden, ist Groß fest im kulturellen Leben der Stadt verwurzelt und gestaltet dieses mit. Die Theaterstücke erfreuten nicht nur die Zuschauer im Kulturhaus „Johannes R. Becher“, dem Zuhause der Theatergruppe, sondern wanderten auch durch Seniorenheime, Gymnasien und Kitas. „Auf der Bühne des Lebens hat er sich verdient und damit das Leben in Falkensee um einiges bunter gemacht“, lobte der Bürgermeister den Künstler.

„Klein und Groß“ ist auch das Thema, dem sich Karen Voigtle widmet – nämlich wenn Kleine groß werden und es dabei vielleicht Schwierigkeiten gibt. Die Streetworkerin kümmert sich um Jugendliche, die Probleme beim Heranwachsen haben und vielleicht nicht mehr den richtigen Draht zu ihren Familien finden. Sie hat sich selbst einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst auferlegt, weil sie – wann immer es nötig wird – für ihre Schützlinge da sein möchte. Neben dieser umfangreichen und zeitintensiven Aufgabe kümmert sich Karen Voigtle auch um junge Insassen in der JVA Brandenburg und der Fazenda Gut Neuhof sowie um junge Frauen und Männer, die Schwierigkeiten mit Drogen haben.  Viele bleiben im Erwachsenenalter mit ihr verbunden und holen sich bei einem gemeinsamen Kaffee den ein oder anderen Lebenstipp ab.

Auch Edwin Weißhaupt widmet seine Energie ganz selbstverständlich den jungen Menschen und hier besonders jenen, die gern eine „ruhige Kugel“ schieben – im Kegelsport. Der fast 70-Jährige begann seine Kegellaufbahn als Spieler und Trainer in Hennigsdorf, kam 1978 nach Falkensee und trainiert seitdem Falkenseer Kinder und Jugendliche für das Ziel „Alle Neune!“.  Dafür nimmt er gern viele Wege in Kauf, denn gemeinsam mit den jungen Sportlern aus der Gartenstadt trainiert er auch den Elstaler Keglernachwuchs als SG Elstal/Falkensee.  So pendelt Edwin Weißhaupt mehrmals in der Woche mit seinem Privatauto zwischen Falkensee und Elstal und chauffiert seine Spieler zu Wettkämpfen quer durch Deutschland – ohne dafür einen Cent Aufwandsentschädigung zu verlangen. „Er ist eine große Hilfe für die Sportler und mag ein bestimmtes kleines Tier gar nicht – nämlich die Ratte“, schmunzelte Bürgermeister Heiko Müller bei der Laudatio für den Preisträger.

 Viele kleine Dinge tragen dazu bei, dass sich Menschen wohlfühlen und dabei oftmals gar nicht genau wissen, wo die Annehmlichkeiten herkommen. Für so einen „Wohlfühlfaktor“, wie Jurymitglied Michael Ziesecke Preisträgerin Anna Knoth schon in seiner Vorstellung charmant beschrieb, sorgt seit vielen Jahren die gute Seele in der Seegefelder Kirchengemeinde. Anna Knoth zündet dort die Kerzen an, sorgt für frische Blumen auf dem Altar, schließt die Kirchentüren auf und wieder zu und versorgt die Gesprächskreise mit ihrem heißbegehrten Apfelkuchen.  Alles freiwillig und oft ganz still – nur im Gemeinderat, wo ihre Meinung sehr geschätzt wird, sagt sie auch gern laut, was sie denkt. „Unsere Kirche lebt von Menschen wie Ihnen, Sie würden uns sehr fehlen, wenn Sie nicht da wären“, sagte Michael Ziesecke.

Der fünfte Bürgerpreis ging an jemanden, der dann wacht, wenn andere friedlich schlummern. Frank Christ ist ein Feuerwehrmann durch und durch, der seinen Kindheitstraum und seine Leidenschaft als stellvertretender Wehrführer von Falkensee zum Beruf gemacht hat. Doch damit nicht genug: Der beliebte Kamerad steht in seiner Freizeit auch der freiwilligen Feuerwehr zu Diensten. Tagsüber der reguläre Dienst und nachts freiwillig beim Rettungseinsatz – für Frank Christ sieht so oft der Alltag aus. Aber er liebt diese Tätigkeit, ist stets höflich und wird für seine Kameradschaftlichkeit sehr geschätzt. Und wenn deshalb mal die Arbeit zuhause liegen bleibt, so steht das Wohl der Falkenseer für ihn immer im Vordergrund.

Nach der Verleihung des Bürgerpreises, der aus einer Urkunde, einem Bildband und einen Kristallwürfel mit eingraviertem Stadtwappen besteht, kamen die Nominierten, Preisträger und Jurymitglieder bei Häppchen und Sekt ins Gespräch.

 

Nominiert waren neben den Preisträgern:

Dagmar von Kleist, Andreas Haenel, Heike Block, Thomas Sykora, Reinhard Grösch, Norbert Matzies, Joseph Knarr, Wolfgang Praetz, Marianne Matho, Ulf Hoffmeyer-Zlotnik, Hans-Jürgen Brauns, Heinz Tews, Klaus Birkenhagen, Anette Seckler, Pfarrer Wolfram Fromke

 

Jurymitglieder:

Waldemar Schorr, Thomas Fuhl, Gabriele Helbig, Gisela Dittmer, Michael Ziesecke, Hiltrud Müller und Bürgermeister

Heiko Müller.

 

Fotoserien zu der Meldung


Bürgerpreisverleihung 2010 (25.06.2010)