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Zukunftswerkstatt Alt werden in einer jungen Stadt

Falkensee, den 06. 11. 2007

Falkensee ist aufgrund der vielen Familien mit Kindern nicht nur eine junge Stadt, sie ist viel mehr wie alle anderen deutschen Städte auch vom demografischen Wandel betroffen. Und das heißt konkret, dass sich die Zahl der über 65-jährigen in den nächsten Jahren verdoppeln wird.Was bedeutet das aber für das städtische Leben? Welche Mitgestaltungsmöglichkeiten gibt es oder muss es geben für Seniorinnen und Senioren sollen sie auch in Zukunft ein selbstbestimmtes Leben in Falkensee führen können?

 Fragen, wie diese, sollen bei einer Zukunftswerkstatt "Alt werden in einer jungen Stadt" am 15. November 2007 von 9 bis 16 Uhr im Kultur- und Seminarhaus des ASB in der Ruppiner Straße im Mittelpunkt stehen. Bürgermeister Heiko Müller, der die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hat, Sozialdezernentin des Landkreises Havelland, Margarthe von Fintel, Inge Tigör, Vorsitzende des Seniorenbeirats Falkensee, und Dr. Ingrid Witzsche vom Förderverein der Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg stellten heute das Vorhaben der Presse vor.

Bürgemeister Heiko Müller machte dabei deutlich, dass die Zukunftswerkstatt eine Säule des Lokalen Bündnisses für Familien sein wird. "Ein Bündnis, wie wir es gründen wollen, ist zunächst einmal thematisch sehr weit gefasst. Damit man von der Fülle nicht abgeschreckt wird, sind thematische Einzelzugänge extrem wichtig. Die Senioren müssen eingebunden werden und gleichzeitig ihre eigenen Schwerpunkte benennen können", erläuterte das Stadtoberhaupt .

Begrüßt wurde dieses Herangehen vor allem von der Vorsitzenden des Fördervereins der Akademie 2. Lebenshälfte, Dr. Ingrid Witzsche. "Ältere sind nicht nur eine Last für das Gemeinleben, sie sind auch eine Chance. Als solche muss man Seniorinnen und Senioren mit ihren Bedürfnissen ernst nehmen und sie einbinden. Im Rahmen der Familie kommen sie normalerweise nur als helfende oder später als zu pflegende Personen vor. Der Blick muss aber weitergehen. Senioren können mehr und da ist es gut, dass Falkensee im Rahmen eines Lokalen Bündnisses die Senioren als eigenständig wahrnimmt." Die Akademie wird den Prozess der Zukunftswerkstatt inhaltlich wie organisatorisch mitbegleiten. Sie hat bereits in anderen Städten Erfahrung mit dem Aufbau solcher Netzwerke und wird dies in Falkensee weitergeben.  

Das Vorhaben wird besonders auch vom Landkreis unterstützt, wie Sozialdezernentin Margarthe von Fintel, betonte. Es gehe darum, Menschen gerecht zu werden und sie mit ihren Lebenserfahrungen  in die Gesellschaft einzubetten. Das Havelland sei ein Spiegelbild für Deutschland. Hier gäbe es die Räume, in denen die Bevölkerung immer älter werde, weil der Wegzug der Jungen so stark sei. Das stelle vor allem auch im Bereich des Ehrenamtes Seniorenarbeit vor massive Probleme. "Andererseits gibt es die Ballungsräume, wo sowohl alt als auch jung zunehmen und für diese regionalen Besonderheiten muss ein spezifischer Plan für die kommenen 15 bis 20 Jahre entworfen werden." Margarethe von Fintel verwies ausdrücklich darauf, dass die heutigen Auseinandersetzungen mit der Bedeutung des demografischen Wandels alte Vorstellungen von Altsein völlig hinter sich lassen müssen. So gibt es die aktive Seniorenphase, die weniger aktive und häufig schließlich die pflegebedürftige Phase. "Auf alle müssen wir in den Kommunen reagieren können", so von Fintel.

Inge Tigör verwies darauf, dass in Falkensee vor allem die ärmeren Seniorinnen und Senioren nicht aus dem Blick verloren gehen dürfen. Erschreckt zeigte sie sich, dass die Pflegeeinrichtungen bisher nicht bereit waren, den Seniorenbeirat ihre Pflegearbeit offen und transparent zu zeigen. "Die Senioreneinrichtungen müssen offener und stärker Häuser der Begegnung werden", so ihre Vorstellung von der Zukunft.

Diese ersten Gedanken, die von den Vorstellenden der Zukunftswerkstatt lebhaft vorgetragen wurden, zeigen, um was es bei der Werkstatt gehen soll. Wichtig ist es allen, dass möglichst viele an dem Diskussionsprozess teilnehmen und die Ergebnisse schließlich sorgfältig gebündelt werden. In diesem Sinne lud der Schirmherr alle Interessierte herzlich zu der Zukunftswerkstatt "Alt werden in einer jungen Stadt"  ein.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Zukunftswerkstatt Alt werden in einer jungen Stadt

 
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