For English visitors
 
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten

 

Jugendfeuerwehrtag

 

 

 

      Stadtplan

 

 

 

 

Wirtschaftsregion Osthavelland

 

 

 

 

 

 

 

 

Brandenburg vernetzt

Filmdarsteller Dirk Kummer kommt zur 7. Open-Air-Kinosommernacht – Gezeigt wird "Coming out – folge deinem Herzen"

Falkensee, den 25.08.2017

Am Samstag, 26. August, 21 Uhr findet die 7. Falkenseer Open-Air-Kinosommernacht auf der Festwiese im Gutspark statt. Gezeigt wird der DDR-Filmklassiker „Coming Out“ von Regisseur Heiner Carow.

In einer der Hauptrollen ist Dirk Kummer, aufgewachsen in Falkensee, zu sehen. Umso erfreulicher jetzt die Nachricht: Dirk Kummer kommt zur Kinosommernacht am Samstag nach Falkensee! In der DEFA-Produktion Coming Out, der am Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 im Berliner Kino International Premiere hatte und auf der Berlinale 1990 den Silbernen Bären gewann, spielte Kummer seine erste Filmrolle.

 

Die Sitzgelegenheiten sind vor Ort nur sehr begrenzt vorhanden. Alle Zuschauer können gerne selbst Stühle, Decken, etc. mitbringen. Die Zufahrt erfolgt über die Geschwister-Scholl-Straße, Parkplätze sind in geringer Anzahl vorhanden. Für Getränke und Bratwurst sorgt das Team vom Pub „schrääg rüber“.

 

 

Wer ist Dirk Kummer?

Dirk Kummer studierte an der Ostberliner Akademie der Künste und parallel Filmregie an der  Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und Schauspiel an der Berliner Hochschule „Ernst Busch". Außerdem besuchte er das Konservatorium für Musik und Theater in Bern. Seit der Produktion von „Coming Out“ arbeitete er als Assistent des Regisseurs Heiner Carow ("Legende von Paul und Paula") bis zu dessen Tod 1997.

 

Mit seinem ersten Kurzfilm „Wohin mit den Witwen?" begann Dirk Kummer eigene Geschichten zu erzählen. Sein Spielfilm-Debüt „Geschlecht: weiblich" gewann 2003 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin". Im selben Jahr wurde Dirk Kummers Drehbuch „Stille Post" mit dem Thomas-Strittmatter-Preis ausgezeichnet. Seit 2003 arbeitet er vorwiegend als Regisseur für Fernsehfilme. „Charlotte und ihre Männer" gewann 2005 den Publikumspreis beim Filmfestival Biberach und „Keiner geht verloren" lief 2010 in der Fernseh-Auswahl auf dem Filmfest München. Mit "Carls Werk - Teil 1" (2014) und "Die Abschaffung der Nacht" (2015) am Schauspiel Köln arbeitete Dirk Kummer erstmals fürs Theater. 2016 begannen in Prag die Dreharbeiten für ZUCKERSAND, der 2017 auf dem Filmfest München (www.filmfest-muenchen.de) und zum Jahresende im Fernsehen Premiere hat. Nachzulesen unter www.dirkkummer.de.

 

 

Worum geht es bei „Coming Out“?

Ein Rettungswagen rast durch die Berliner Silvesternacht: Matthias (Dirk Kummer), ein junger Mann, hat Schlaftabletten genommen und ringt mit dem Tod. Eine Rückblende – darin die Geschichte eines anderen jungen Mannes: Philipp (Matthias Freihof) ist ein engagierter junger Lehrer, den die Schüler mögen – auch die Lehrerin Tanja (Dagmar Manzel). Sie verlieben sich, werden ein Paar. Da begegnet Philipp seinem alten Schulfreund Jacob wieder und erinnert sich an eine verdrängte homosexuelle Beziehung. Hatte Philipp seine Neigung bisher erfolgreich unterdrückt, bricht bald alles wieder auf. Er lernt Matthias (Dirk Kummer) kennen und verliebt sich in ihn – eine leidenschaftliche Beziehung beginnt, die zu schmerzhaften Konflikten führt. Er mag Tanja, will sie nicht verletzen – auch weil sie schwanger ist. Phillip ist hin und her gerissen.

 

Es entwickelt sich ein schmerzhafter Prozess des Erkennens, andere stößt er dabei vor den Kopf. Gekränkt wendet sich Tanja von ihm ab. Matthias – für den Philipp die große Liebe ist – versucht sich das Leben zu nehmen. Alles scheint ausweglos, doch Phillip schafft es, die Angst vor den starren gesellschaftlichen Konventionen zu überwinden und bekennt sich zu seiner Homosexualität.

 

„Coming out“ entwickelte sich rasch zu einem Klassiker: Heiner Carow, Dirk Kummer und Matthias Freihof – der mit seiner Hauptrolle des schwulen, zerrissenen Lehrers dem Film seinen melancholischen Grundton gab – bereisten mit dem Film die Welt, waren Gäste auf zahlreichen Filmfestivals in den USA, Kanada und Russland.

 

Die Filmpremiere fand am 9. November 1989 in Berlin statt. Während der Film zur Premiere im Berliner Kino „International“ lief, „guckten wir aus den Foyerfenstern von oben auf die Straße“, erzählt Dirk Kummer, „und dachten: Irgendwas ist im Gange.“ Mehr Autos als sonst. Etwas lag in der Luft. Die aufregendste Filmpremiere seit Jahren. Aber sein Kopf war voller anderer Gedanken: Dieser 9. November 1989 war ihre große Nacht. Dirk Kummer – aufgewachsen in Falkensee – war 23 Jahre, spielte eine Hauptrolle und war Regieassistent. Neben ihm stand Heiner Carow, einer der bekanntesten DDR-Regisseure, der sich 1973 mit der „Legende von Paul und Paula“ zwar ein eigenes Denkmal setzte, dessen Projekte die SED aber zuletzt jahrelang blockierte. Gerade 60 Jahre geworden, meldete er sich nun mit einem Paukenschlag zurück: dem ersten Schwulenfilm der DDR.

 

Die zwei Premierenvorführungen waren ausverkauft. Es knisterte im Saal vor Anspannung. Seit Sommer 1989 brodelte es in der DDR. Auch, dass seit einigen Wochen die Kino-Programme im ganzen Land „Coming out“ ankündigten, den ersten Film über ein schwules Paar in der DDR, war ein Zeichen für die Aufbruchstimmung. Nach der Premiere gab es stehende Ovationen für leise Kritik – und dann später am Abend des 9. November wurde das Premierenpublikum Zeuge des Mauerfalls.