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Landkreis informiert: Errichtung weiterer Asylunterkünfte in Nauen und Falkensee geplant

Falkensee, den 13.01.2015

Um die vom Land Brandenburg zugewiesenen Aufnahmequoten von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen erfüllen zu können, plant der Landkreis Havelland die Errichtung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte in den Städten Nauen und Falkensee.

 

Angesichts der Prognosen bundesweit steigender Zugangszahlen von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen, hat sich auch der Aufnahmedruck für den Landkreis Havelland deutlich erhöht.

 

Sozialdezernent Wolfgang Gall: „Die endgültige Anzahl aufzunehmender Asylbewerber für das Jahr 2015 wird dem Landkreis erst noch durch die Zentrale Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt (ZABH) mitgeteilt, wir gehen jedoch davon aus, dass die Zahl das Vorjahresniveau übersteigt und wir mit ca. 500 Zuweisungen rechnen müssen.“

 

Ein entsprechendes Interessenbekundungsverfahren des Landkreises zur Akquirierung geeigneter Grundstücke und Objekte führte zu keinem nennenswerten Ergebnis. Der Landkreis hat daher intensive Gespräche mit der Stadt Nauen aufgenommen und die dortige Verwaltungsspitze für die Standortsuche sensibilisiert. Im Ergebnis dessen plant die Stadt Nauen, dem Landkreis ein Grundstück am Waldemardamm (gegenüber eines Garagenkomplexes) zu veräußern, das sich angesichts der Lage und guten Infrastrukturanbindung für die Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft eignet.

 

Eine weitere Unterkunft wird in der Stadt Falkensee  auf einem kreiseigenen Grundstück „Panzerstraße“/ Ecke „An der Lake“ errichtet. Dazu haben erste Gespräche zwischen dem Baubeigeordneten des Landkreises, Jürgen Goulbier, und dem zuständigen Beigeordneten der Stadt Falkensee, Thomas Zylla, stattgefunden.

 

Baudezernent Jürgen Goulbier: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass wir auf dem freien  Wohnungsmarkt eine Lösung in dieser Größenordnung finden. Man kommt aufgrund der großen Zahl an Zuweisungen nicht um weitere eigene Gemeinschaftsunterkünfte herum.“

 

 

Mit dem Bau soll an beiden Standorten Anfang des dritten Quartals 2015 begonnen werden. Nach Fertigstellung entsprechender Vorplanungen wird die Landkreisverwaltung im ersten Quartal 2015 im Rahmen von Informationsveranstaltungen die Bürger über Einzelheiten informieren.

 

Mit Sorge blickt Landrat Dr. Burkhard Schröder infolge der zunehmenden Asylbewerberzahlen indes auf die steigenden Kosten der Betreuung für den Landkreis, die durch das Land Brandenburg nicht in voller Höhe erstattet werden. Da der Kreis nach dem Landesaufnahmegesetz nicht die tatsächlichen Kosten der Betreuung, sondern nur eine Pauschale erhält, entsteht eine Deckungslücke, die bei steigenden Zuweisungszahlen ebenfalls größer wird. Die jährliche Erstattungspauschale beträgt 9.128 Euro pro Asylbewerber. "Die tatsächlichen Kosten sind allerdings inklusive der Kostenübernahme der gesundheitlichen Versorgung weitaus höher", betont der Landrat. Vom anstehenden Asylgipfel, zu dem Ministerpräsident Dietmar Woidke in der kommenden Woche die Verwaltungsspitzen der Landkreise und kreisfreien Städte eingeladen hat, erhofft er sich einen nachhaltigen Handlungsrahmen und bessere Finanzierungshilfen.

 

Derzeit leben insgesamt 485 Asylsuchende und Flüchtlinge im Havelland. Davon sind 141 Personen in Wohnungen untergebracht, 344 leben in Gemeinschaftsunterkünften in Friesack, Premnitz und Rathenow. Ende Januar wird die Gemeinschaftsunterkunft in Rathenow am Grünauer Weg mit 85 Plätzen eröffnet, im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Fertigstellung der Unterkunft in Falkensee mit 65 Plätzen vorgesehen. Insgesamt würde der Landkreis mit den geplanten Neubauten in Nauen und Falkensee sieben Gemeinschaftsunterkünfte zählen.